Was macht Lamas so fazinierend, dass man nicht genug von ihnen bekommen kann?

das habe ich mich immer wieder gefragt:
- was reizt mich an diesen Tieren?
- was ist das Besondere an ihnen?
- warum möchte ich mehr von diesen wundervollen, faszinierenden Wesen?
Ich liebe Katzen über alles,
und träumte immer von Einhörnern, wobei mich Pferde garnichtso faszinierten.
Doch dann habe ich, die Antwort auf diese Fragen im Kameliden-Kompendium von Marty McGee Bennett gefunden:
... da sind sie nun, meine Einhörner .... ;-)
Auszug aus: das Kameliden-Kompendium von Marty McGee Bennett
Lamabesitzer zu sein, ist ein bisschen wie ein Einhorn besitzen. Wenn du beobachtest, wie sie auf der Weide spielen, ist es wie reine Zauberei. Ihr Gang ist tänzelnd, so leicht und anmutig, gleich einer Mischung aus fliegen und tanzen.
Katzen und Kameliden
In Sachen Umgang und Haltung sind Lamas und Alpakas ein bisschen, Ziege, ein bisschen Schaf und ein bisschen Pferd. Geht es aber um ihr Verhalten und ihre Beziehung zu Menschen, dann sind sie Katzen sehr ähnlich. Immer wieder werden dieselben Begriffe verwendet um Katzen zu beschreiben: anmutig, mysteriös, unnahbar, magisch, aristokratisch. Die gleichen Begriffe tauchen häufig bei der Beschreibung von Lamas und Alpakas auf. Viele berühmte Autoren wurden wegen ihrer Liebe zu Katzen zitiert.
Sehr häufig kann man das Wort „Katzen“ durch „Lamas“ oder „Alpakas“ ersetzen.
Lamas scheinen sich zu Katzen hingezogen zu fühlen, als ob sie eine Seelenverwandtschaft spüren könnten. Betritt ein Hund den Stall, zeigen Kameliden kaum Interesse. Taucht hingegen eine Katze auf, dann beenden die Kameliden, was sie gerade tun (selbst wenn sie fressen), und beobachten minutenlang die Katze.
Auf den ersten Blick erkennt man vielleicht nicht die ganze Breite von Ähnlichkeiten, aber schaut man genauer hin ähneln sie einander durch Psyche und Temperament. Bei Lamas, Alpakas und Katzen wird der Eisprung beim Deckakt ausgelöst und das männliche Tier reitet von hinten auf. Kameliden und Katzen bewegen sich sehr ähnlich. Wenn sie anfangen zu laufen, bewegen beide zuerst ihr linkes Hinterbein, gefolgt vom linken Vorderbein, dann das rechte Hinterbein und schließlich das rechte Vorderbein. Katzen ebenso wie Kameliden sind von vorne betrachtet schmal und von der Seite sind sie massiger. Ihre Körpersprache und ihr Verhalten zeigen Gemeinsamkeiten.
Gereizte Katze und Kameliden legen ihre Ohren eng an den Kopf an, peitschen ihre Schwänze hin und her und spucken. Kameliden und Katzen sind leise, sauber und gehen immer an der gleichen Stelle aufs Klo.
Unkastrierte Kameliden und Kater schreien sich die Lunge aus dem Hals. Lamas, Alpakas und Katzen legen sich oft in die gleiche Position, die Vorderbeine unter die Brust geschoben. Katzen sind für ihre Neugier bekannt. Und die meisten Lama- und Alpakahalter würden bestätigen, dass ihre Kameliden wahnsinnig neugierig sind.
Was ist mit dem Gehirn? Hinsichtlich ihres legendären Mangels an Enthusiasmus für traditionelles Training wird die Intelligenz von Katzen oft diskutiert. In seinem Buch „Are Cats People“ beschreibt Paul Corey das Problem folgendermaßen: „Die meisten Menschen sind so selbstorientiert, dass sie meinen, jedes Säugetier, das nicht versucht, sich wie ein Mensch zu verhalten, ipso facto dumm sei. In diesem Intelligenzvergleichspiel bekommen Katzen sehr schlechte Noten. Von allen domestizierten Säugetieren zeigen Katzen die größte Abneigung dagegen, sich wie Menschen zu verhalten.“
Kameliden und Katzen sind oft dankbare Trainingsobjekte, aber nur mit Hilfe von Futter oder einer Leine/Führstrick.
Wenn man in der Geschichte zurückblickt, haben Kameliden und Katzen noch etwas anderes gemeinsam. Beide wurden in antiken Kulturen verehrt. Die Katze wurde über 2000 Jahre lang als Gott im antiken Ägypten verehrt. Ca. 950 v.Chr. wurde die ägyptische Göttin Bastet zur höchsten Göttin erhoben. Sie wurde mit einem menschlichen Körper mit Katzenkopf dargestellt, häufig auch mit Katzenbeinen und einem Katzenschwanz.
In der Inkakultur (1200 n. Chr.) wurde das Lama als Packtier benutzt, spielte aber auch eine wichtige religiöse Rolle. Oft war es Teil spiritueller und Fruchtbarkeitsriten und wurde sehr geschätzt. Ein Lamafötus wurde unter dem Haus als Glücksbringer vergraben und ein rein weißes Lama wurde häufig geopfert, um eine gute Ernte zu sichern.
Katzen hatten eindeutig mehr Glück. Die ägyptische Anbetung der Katze erreichte ein solches Ausmaß, dass es bei Todesstrafe verboten war, eine Katze zu töten. Ihr Futter wurde in kleine Stücke geschnitten, damit sie nur ja nicht daran ersticken konnte, und sie durfte vom Teller ihres Besitzers essen. Irgendwann gab es mehr Katzengötter als ihre menschlichen Gegenparts.
Vergleiche sind lustig, aber vielleicht liegt der wirkliche Zauber von Lamas und Alpakas darin dass sie nicht wirklich wie irgendein anderes Tier sind.
(Auszug aus: Das Kameliden-Kompendium von Marty McGee Bennett)
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