Soay-Schafe
Kennzeichen: Schulterhöhe: Bock: 50-55 cm, Mutter: 40-45 cm; Gewicht: Bock: 35-40 kg, Mutter: 25-30 kg; Farbe: hell- bis dunkelbraun, mit hellem Bauch; Gehörn: 2 sichelförmige
Hörner.
Verbreitung: Inseln Hirta und Soay, die zur Gruppe des St. Kilda-Archipels, nord-westlich von Schottland, im Atlantik gehören.
Eigenschaften: Diese kleinen, mufflonähnlichen Schafe sind robust und anspruchslos und haben ein ausgesprochen wildtierartiges Verhalten. Ihre kurze, dichte Wolle braucht nicht
geschoren zu werden, sondern wie ihre wilden Vorfahren haben sie im späten Frühjahr ihren Haarwechsel. Soay-Schafe können nicht durch Hütehunde zusammengehalten werden, da sie sich bei Gefahr nicht
zusammenrotten, sondern wild auseinanderspringen.
Zuchtgeschichte: Das Soay-Schaf unterscheidet sich kaum von dem steinzeitlichen Bronzeschaf. Vor ca. 7000 Jahren brachten Siedler diese Schafe aus dem Mittelmeerraum nach
Großbritannien, wo sie bis zum Mittelalter zu finden waren. Dank der geographisch isolierten Lage der Insel Soay haben sie auf dieser Insel überlebt. Aufgrund geringer Süßwasserbestände und eines
knappen Nahrungsangebotes auf der steinigen Insel haben sich die Schafe über Jahrhunderte angepaßt. 1698 soll es ca. 500 Soay-Schafe gegeben haben. 1932 ließ der Marquis of Bute 107 Schafe von der
Insel Soay auf die Nachbarinsel Hirta zur Populationsvergrößerung bringen. Dort vermehrten sie sich gut, so daß auf beiden Inseln ca. 1.500 Schafe leben. 1963 wurden je 12 Tiere in die Zoologischen
Gärten von Edinburgh und Whipsnade/London gebracht. Von dort gelangten sie über mehrere Privatzüchter auf das europäische Festland und etwa 1970 auch nach Deutschland. Momentan dürfte es ca. 3.000
Tiere geben.
In Deutschland gibt es zur Zeit nur etwa 450 Soay-Schafe.
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